Dienstag, 23. Mai 2017

Charityshops und Meer - Urlaub, England pur!

 Endlich! Wieder im gelobten Land - eigentlich war das gar nicht geplant, aber manchmal muss es sein, wenn das Meer ruft! Wir hatten für einige Tage ein Appartement auf Portland gebucht - eine Halbinsel unterhalb von Weymouth in Dorset. In Dorset war ich zwar schon, hab mich aber immer nur kurzzeitig wegen eines Gartenbesuches dort aufgehalten. Ein Fehler! Das Wetter war diesmal gemischt, es gab auch einiges von oben in feuchter Form. Das erste Mal, dass ich das erlebt habe. Dann geht man halt in Shops, schaut sich die Auslagen an oder trinkt einen Tee, vom Lunch erst gar nicht zu sprechen.

 Kurz vorher habe ich ein Blinddate verabredet, das wird doch nicht etwa mein neues Hobby? Es ist so schade, dass wir alle so weit auseinander wohnen. Man sieht sich vielleicht einmal im Leben, und wir haben uns sofort sehr gut verstanden. Briten sind ja oftmals erst etwas zurückhaltend, Sarah war es nicht. Schon vor der Haustür wurde ich mit einer herzlichen Umarmung empfangen, als würde man sich schon länger kennen. Und irgendwie ist das doch auch so, man kennt seit Jahren den anderen Blog und macht sich einen Eindruck von dem Menschen. Wir durften Sarah, ihre Familie, den Hund und die Katz kennenlernen, Sarah vom Blog Down by the Sea. Es war ein wunderbarer Nachmittag. Im Garten waren die Pflanzen oftmals größer als bei uns, das liegt einfach am Klima, fast könnte man neidisch werden. Ich hab mich nicht getraut, zu fragen, ob ich fotografieren darf, weil ich nicht wußte, ob es recht ist. Und so gibt es keine Bilder von dem schönen Garten. Ihr findet sie aber auf dem Blog von Sarah.
 In Weymouth fanden wir auch dieses skurile Kunstobjekt. Da ist wohl einer abgesoffen.
 In Beaminster sah ich ein Schild: Antikmarket! Da gibt es kein Halten, und so habe ich wieder einiges nach Hause geschleppt. Oben Suppenlöffel, die haben dort eine andere Form als bei uns.
... und Buttermesser, damit man die Scones schön einstreichen kann!
 Portland ist schön, viel Wind, wie überall am Meer und meist sah ich sehr durchgeschüttelt aus. In meinem Alter ist das allerdings nicht mehr so wichtig. Die langen Strände, das ist einfach Ruhe für das Auge.
 In ganz Dorset wächst der Centranthus ruber wild, wohin man auch sieht.Und noch etwas: Die Strandnelke wächst dort in Kolonien, und immer zartrosa. Sozusagen endemisch, aber nicht wirklich. Andere Farben gibt es nicht. Wo sie nicht wächst, legt man Gitter und siedelt sie an. Herrlich!
Kinder lernen segeln. Übrigens ist Portland das beste Segelgebiet der Welt, und dort fand auch eine Olympiade in 2012  statt. Deswegen fuhr ich dort hin, weil ich so völlig unsportlich bin! *kicher*
In Windsor fanden wir ein Amphibienfahrzeug vor. Es nennt sich Duck, und es sind Überbleibsel aus dem letzten Krieg. Wie erstaunt war ich, als das Ding plötzlich auf der Straße an mir vorbeifuhr.

In GB gibt es viele Charityshops, oftmals mehrere in einer kleinen Stadt. Natürlich kriechen wir in jeden, Mr. W. zu den Schallplatten, ich zum Geschirr! Ein Charityshop ist ein Laden, in dem Menschen die Dinge hinbringen, die sie nicht mehr benötigen, auch Bekleidung und Hüte. Wir haben schon viel gekauft.Warum gibt es in D solche Läden nicht? Zu Hause angekommen, hat Mr. W. die Platten geputzt, trockengetupft und dann gab es PARTY!! ♥


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Mr. Wonderful, mein unermüdlicher Chauffeur, fuhr uns überall hin, wo es schön war. In Corff Castle blieb ich unten, er ging alleine.
 Und als wir dann die Unterkunft wechselten und in ein Inn zogen, wurde es spannend. Es gab unglaublich viele Biersorten, auch lokale und ich durfte testen, bevor ich bestellte. Das ist mir ja noch nie passiert, das sollte ich in D mal verlangen! Es gab natürlich auch Cider, nette Menschen und viel Kontakt zu den Einheimischen. Ich bin ja nicht schüchtern.

 Ein schöner Pub war das, so gut hat es mir noch nirgends gefallen. Nun bin ich auch Besitzerin von zwei britischen Tomatenpflanzen. Ich wollte mich kurz hinlegen und Mr. W. ging unten einen Kaffee trinken. Bestürzung allerseiten, man trinkt doch Bier - um 12.00 Uhr Mittags. Er kam hoch, kicherte und stellte mir zwei Tomatenpflanzen auf den Bettpfosten, die hätte er gegen drei Cigarillos aus Cuba getauscht. Das nenne ich ein Geschäft - vermutlich für den Züchter. Haha.
Natürlich haben wir auch viele Gärten besichtigt,  und haben ganz besondere Highlights gesehen, doch das alles zu berichten in einem einzigen Post wäre ein abendfüllendes Programm! Drum lasse ich euch mal meine zwei neuen Busse da und verschwinde wieder in den Garten. Übrigens, ich bin jetzt Gintrinkerin! ♥♥♥

Sonntag, 21. Mai 2017

Wieder da - volles Programm!

Hosta Kiwi full Monty in unserem Garten mit Geum etc.

Hallo ihr, ich weiß, dass mich einige vermißt haben. Es geht mir gut, wir hatten viel zu tun und waren auch ein wenig weg - und kommt man heim, da geht es ja gleich weiter. Der Garten ist völlig zugewachsen, Stellen, die ich vorher noch zu leer glaubte, sieht man gar nicht mehr, irgendwie gefällt mir alles nicht und ich möchte die Planierraupe bestellen - doch Mr. W. ist dagegen. Der Rasen ist hoch, der Salat bald zu essen und überall ist es bunt - zu bunt momentan. Das ändert sich bald, wenn alles abgeblüht ist. Dann wird es ruhiger in unserem Garten. 

Ich muss euch nicht sagen, dass meine Einstellung zum Garten und der Planierraupe natürlich auch einen Grund hat, denn im gelobten Land ist alles schöner, größer, grüner, feuchter (diesmal) und besser gepflanzt. Hilfe - ich muss alles ändern.

Letzten Freitag gab es hier 32 Liter Regen, alles dampft, es ist stickig und ich war nicht da -  weil ich dort war. Auch dort war es sehr feucht, so feucht habe ich England noch nie erlebt. Diesmal war es 50/50, man glaubt es kaum. Und prompt kommen die Bemerkungen: Da regnet es doch sowieso immer - und genau das stimmt nicht. Dort regnet es wie überall, nur diesmal mehr - und hier auch. Wir hatten solchen Hagel, als wir dort fuhren, dass wir dachten, das Auto wäre beschädigt. Aber alles ist gut.


In Regenzeiten geht man essen, shoppen und von Dorset bis Essex kenne ich nun in der Tat so gut wie alle Supermärkte. Nur in einem Gartencenter waren wir - warum auch, bei uns ist alles dicht. Und trotzdem haben sich da sechs Pflanzen in den Kofferraum geschlichen, unglaublicherweise. Drei davon hat man mir geschenkt, sowas ist mir auch noch nicht passiert. Es gibt so viel zu erzählen, das gibt es halt immer. Ob ich jemals alles schreiben kann? Mein geduldiger Undergardener fuhr mich an alle Orte, die ich mir vorgestellt hatte - und wir fanden auch neue. Wir lernten Menschen kennen, besuchten eine Bloggerin aus Dorset zu Hause und das war das schönste Erlebnis in diesem Urlaub. Es war ein Blinddate. 

So, und jetzt mach ich mich auf die Scholle, denn wir sind erst vor wenigen Stunden hier gestrandet - das Auto voller Goodies, die ausgeräumt werden müssen. Die Bilder habe ich schon dort vorsortiert, sonst wird mir das zu stressig. Und genau das brauche ich nach einem Urlaub nicht.

Bis bald also!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Der Regen ist da - die Gewinnerin auch!

Endlich hat es geregnet, bis jetzt 33 Liter. Darüber freuen wir und der Garten sich sehr. Der Kater weniger, er darf nicht raus. *kicher*
Er mault und kratzt an der frisch gestrichenen Tür. Wenn ich es nicht selbst erleben würde, würde ich nicht glauben, dass ein Kater so singen kann.
 Den Semperviven auf dem Dach tut der Regen auch gut, von einem Tag zum anderen sind einige mächtiger geworden.
Das Buch *Gärtnern im englischen Stil* hat Edith gewonnen, Edith Wenning vom Blog *Staudenflüstern*. Es freut mich für dich, Edith! Bitte schreib mir schnell deine Anschrift per Mail (steht rechts).
Momentan habe ich viel zu tun, drum muss es für heute genügen. Manchmal hat man Tage, da gibt es nichts, und andere, da hat man viele Termine. Lasst es euch gut gehen.

Sonntag, 30. April 2017

Blind date in Franken - wenn vier sich treffen und verstehen

Mein neues Hobby sind Blind dates. Wirklich. Letzten Sonntag hatte ich auch eines und gestern wieder. Für beide mußten wir lange fahren - denn ich war nicht allein. Mein Chauffeur war mit.
 Wir fuhren gestern nach Franken, um einen Garten kennenzulernen, von dem ich - so glaube ich - schon vorher fast jede Pflanze kannte. Vom Bild. Es ist der Garten von Sabine und Reinhard vom Blog Garten - Träume und Räume. Ein kurzes Telefonat vorher, kichern in der Leitung auf beiden Seiten - und schon ging es los. Da wir eine Stunde zu früh waren wie üblich, sahen wir uns noch den Nachbarort an. Leider reichte die Zeit dann nicht mehr für den Trödelladen. Sabine und Reinhard wohnen jetzt 2010 in ihrem Haus, einem alten Bauernhaus, in dem es viel zu tun gab vor dem Einzug. Auch draußen - und noch heute gestalten sie ständig den Garten um - was mir sehr bekannt vorkommt, bei uns ist es ja auch so, wenn auch jetzt im kleineren Rahmen.
 Wir saßen draußen, wir saßen drinnen, aßen und lachten, die Sonne kam und ging. Doch es ist Frühling, er ist nicht mehr aufzuhalten. Ich lerne Caruso nun persönlich kennen. Singen kann er nicht, aber krähen, das hat er mir jedoch nicht vorgemacht.
 Die Philosopie der beiden: Es wird nur gegossen, was essbar ist. Der Rest kann zu sehen, wie er zu Rande kommt. Auch dort wird es immer trockner, wie überall. Offensichtlich kommen aber die Pflanzen mit dem zurecht, was von oben kommt.
 Ihr kennt ihn, Mr. Wonderful immer im Dienste der Nation - diesmal beim Fotografieren. Vom Salat haben wir gegessen.
Diese Art, die Tulpen einzeln zu stecken, habe ich erstmals in Pashley Manor in England gesehen. Sehr schön.
 Wer eine Mauer hat, hat ein weiteres gestalterisches Element im Garten, dass unbezahlbar ist. Dahinter wohnen ruhige Leute, nur manchmal kommt Besuch. Es ist der Friedhof.
 Unsere Gastgeber ernähren sich, was das Grüne betrifft, weitgehend aus dem Garten, Eier haben sie auch.
 Erdbeerbeet
 Die Weinlaube, schön muss es da sein, wenn alles grün ist.
Am Teichufer
 Das ist Caruso, der Hahn im Korb - geschmückt mit buntem Federkleid

 Bald werden die Hochbeete vor Gemüse überquellen, es lohnt sich.
 Zwei, die sich sofort verstanden: Carusos Chef und Mr. Wonderful
 Reinhard stellt Skulpturen her, sie sind sehr ansprechend. Stellt euch vor, das Kraut ist hoch und ihr seht nur die weiße Blüte, wie schön!
 Als wir nach Hause fuhren, sagte ich zu meinem Chauffeur, dass ich mir ein Leben in einem Bauernhaus ohne Oberstock direkt auch vorstellen könnte. Denn unten ist genügend Platz, dass man nicht ständig hochlaufen muss.
Die Gegend in Unterfranken ist sehr schön, fährt man durch die Dorfstraßen sieht man wunderschöne Häuser. Liebevoll gepflegt und mit Wein oder anderen Pflanzen bewachsen. Auch eine Gegend, die ich mir vorstellen könnte. Wenn es nicht so weit von den Lütten wäre ...

Donnerstag, 27. April 2017

Gärtnern im englischen Stil


Die Gestaltung der Gärten ist so vielfältig wie die Gärten selbst- jeder ist anders. Oben mein bescheidenes Anwesen! ;)
 In Hidcote Manor liebe ich die Eiben, die Weite, die Magnolien

 In Sissinghurst liebe ich eigentlich alles, leider habe ich - und ich erwähne es schon wieder - noch nie die Rosa muliganii blühen gesehen, weil ich zu der Zeit noch nie dort war. Dieses Fenster oben erkennt sicher jeder?
 Im letzten Sommer hatte ich die Freude, die Wisterien blühen zu sehen! Was für ein Empfang! (Seht mal oben in den Header) :)
 Die Eiben hier im Hintergrund bilden einen ruhenden Punkt für die Augen.
Auch der Turm erfüllt dies. Er war jedoch schon vor dem Garten da! In Sissinghurst kann man lernen, muss aber realistisch bleiben. In großen Gärten machen kahle Stellen in den Beeten nichts aus, in unseren Hausgärten schon. Je kleiner der Garten, desto besser muss ein Garten gestaltet werden. Ich weiß, wovon ich rede. Planen auf dem Reißbrett kann ich nicht, ich muss das Beet sehen und dann pflanze ich - oftmals das, was ich gerade angeschleppt habe. Man lernt von Jahr zu Jahr dazu.
Der BLV Verlag hat ein Buch von Kristin Lammerting, Biologin und begeisterte Hobbygärtnerin, herausgegeben. Frau Lammerting hat die Welt bereist und viele Gärten gesehen und in diesem Buch ihre eigenen Erfahrungen, und das was sie aus der Welt mitbrachte, niedergeschrieben.
 Das Buch ist kein Bilderbuch, es ist aus der Praxis. Geschmückt mit vielen selbstfotografierten Bildern gibt Frau Lammerting in eingefügten Kästchen Tipps, wie man Wege, Beete und Hecken gestalten kann. Würde ich noch einmal anfangen, ich würde es besser machen, damals hatte ich keine Tipps zur Hand. Natürlich ist die Anlage eines Gartens auch von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig, im Laufe meines gärtnerischen Lebens habe ich jedoch viele Gärten gesehen, die auch mit wenig Geld auskommen mußten. Die Liebe zum Grün macht es aus, es muss nicht jedem gefallen.
 Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, das mache ich meist so. Man kann dann einfach nicht mehr aufhören. Wie ich euch schon sagte, hat der Verlag mir zwei Bücher geschickt - und somit ist das eine für euch. Jeder Kommentar bis zum 2.5.17 nimmt an der Verlosung teil. Ich freue mich für den, der gewinnt, denn es lohnt sich.
 
176 Seiten
BLV Verlag (7.10.16)
Deutsche Sprache
ISBN-10: 383541576X
ISBN-13: 978-3835415768
29,99 Euro